„Nachhaltigkeit“ in der jüngeren Geschichte:

1972: Als im Jahre 1972 der renommierte „Club of Rome“ seinen ersten Bericht vorlegte, erschütterte dieser regelrecht die technikgläubige Welt.

Der Report mit dem Titel „Die Grenzen des Wachstums“ rüttelte die Welt mit Themen und Prognosen zu Ressourcenverbrauch, Bevölkerungswachstum und Lebensperspektiven der Weltbevölkerung wach. Die Politik reagierte mit Analysen der Situation und daraus abgeleiteten Empfehlungen.

1987: Ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu Nachhaltigkeit und nachhaltigen Investments war im Jahre 1987 der Abschlussbericht der „World Commission on Environment and Development“, unter dem Vorsitz der damaligen, norwegischen Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland.

Unter dem Namen „Brundtland Report“ Titel: „Unsere gemeinsame Zukunft“ wurde der Bericht weltbekannt. Er beeinflusste die internationale Debatte über Umwelt- und Entwicklungspolitik maßgeblich.
 
Der Begriff der Nachhaltigkeit erfuhr hier erstmals eine Definition: Die Kommission versteht darunter „Eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne künftige Generationen dabei einzuschränken, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren eigenen Lebensstil zu wählen“.
Spätestens seit dem Brundtland Report herrscht Konsens darüber, das ökonomische, ökologische und ethische Elemente zusammenhängen und in Wechselwirkung miteinander stehen.

1992: Die Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung fand in Rio de Janeiro im Juni 1992 statt. Sie gilt als Meilenstein für die Integration von Umwelt- und Entwicklungsbestrebungen und war seit der Konferenz der Vereinten Nationen über die Umwelt des Menschen in Stockholm (1972) die erste größere internationale Konferenz, die Umweltfragen in einem globalen Rahmen diskutierte. Sie ging als „Konferenz von Rio“ in die Analen ein.

Auch bezüglich der Beteiligung zivilgesellschaftlicher Organisationen an internationalen Prozessen setzte die „Konferenz von Rio“ neue Maßstäbe. Insgesamt 2400 Vertreter von nichtstaatlichen Organisationen (NGOs) nahmen an der Konferenz teil, weitere 17.000 Menschen beteiligten sich am parallel stattfindenden NGO-Forum. Wichtige Ergebnisse der UNCED sind die Agenda 21, die Rio-Erklärung über Umwelt und Entwicklung, die Klimarahmenkonvention, die Wüstenkonvention und die Biodiversitäts-Konvention.

1997: Das Kyoto-Protokoll ist ein am 11. Dezember 1997 beschlossenes Zusatzprotokoll zur Ausgestaltung der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) mit dem Ziel des Klimaschutzes. Das am 16. Februar 2005 in Kraft getretene und 2012 auslaufende Abkommen legt erstmals völkerrechtlich verbindliche Zielwerte für den Ausstoß von Treibhausgasen in den Industrieländern fest.

2001: Berufung des „Rates für Nachhaltige Entwicklung“ durch die Bundesregierung im Februar des Jahres 2001.Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) berät die deutsche Bundesregierung in Fragen der Nachhaltigkeit und soll mit Beiträgen und Projekten die Strategie zur Nachhaltigkeit fortentwickeln helfen. Ihm gehören zurzeit 13 Persönlichkeiten aus den Bereichen Wirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz, Landwirtschaft, Wissenschaft sowie Vertreter von Gewerkschaften, Kirchen und Kommunen an. Der Rat hat Anfang März 2006 einen Dialog zum Thema Corporate Social Responsibility (CSR) gestartet, in dem er die in einer Arbeitsgruppe erarbeiteten Handlungsempfehlungen an Unternehmen und die Bundesregierung diskutiert. Die Empfehlungen wurden Mitte Mai 2006 mit Wirtschaftsvertretern und Vertretern der Zivilgesellschaft diskutiert.

2006: Der sog. „Stern-Report“ (englisch, Stern Review on the Economics of Climate Change) wurde  im Oktober 2006 veröffentlicht. Es ist der Bericht des ehemaligen Weltbank-Chefökonomen und jetzigen Leiters des volkswirtschaftlichen Dienstes der britischen Regierung Sir Nicholas Stern. Der im Auftrag der britischen Regierung erstellte rund 650 Seiten starke Bericht untersucht insbesondere die wirtschaftlichen Folgen der globalen Erwärmung.

Die Kosten des Klimawandels werden, wenn nicht gehandelt wird, dem Verlust von wenigstens 5 % des globalen Bruttoinlandsprodukts entsprechen. Wenn man eine breitere Palette von Risiken und Einflüssen berücksichtigt, könnten die Schäden auf 20 % oder mehr des erwarteten globalen Bruttoinlandsprodukts ansteigen. Hierbei ist zu bemerken, dass Entwicklungs- und Schwellenländer die ökonomischen Folgen des Klimawandels überdurchschnittlich stark zu spüren bekommen.

2008: Der „Rat für nachhaltige Entwicklung“ veröffentlicht den sog. "Ampelbericht“, der den Zielerreichungsgrad der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung plakativ bewertet. Ebenfalls im Jahr 2008 wurde eine neue Version des Nachhaltigen Warenkorbs veröffentlicht, der sich mit den alltäglichen Kaufentscheidungen von Individuen befasst.

2009: Berlin-London G8-Gipfel: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Leiter der wichtigsten internationalen Wirtschaftsorganisationen auf ihren Kurs einer „Charta des nachhaltigen Wirtschaftens“ eingeschworen. Darin sollen sich die Staaten zu gemeinsamen Regeln für die Wirtschaft und zu sozialen und ökologischen Standards bekennen. Die Einhaltung der Charta soll Merkel zufolge von einem „Weltwirtschaftsrat“ der Vereinten Nationen überwacht werden.

2009: Die UN-Klimakonferenz fand im Dezember 2009 in Kopenhagen, Dänemark statt. Sie ist die 15. Konferenz der Mitgliedsländer der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (COP 15) und das fünfte Treffen im Rahmen des Kyoto-Protokolls (COP/MOP 5). Der Fahrplan sah vor, dass sich die Mitgliedsländer in Kopenhagen auf ein neues Regelwerk für den Klimaschutz nach 2012 einigen, das sog. „Kyoto-Nachfolgeprotokoll, oder Kyoto II“. Ein solches Abkommen konnte in Kopenhagen jedoch nicht beschlossen werden. Dies geschah erst auf der Folgekonferenz in Doha 2012 mit der Fortführung Kyoto II von 2013-2020.

2012: Die UN-Klimakonferenz in Doha fand vom 26. November bis 8. Dezember 2012 in DOHA,  der Hauptstadt des arabischen Emirats KATAR statt. Es war die 18. Konferenz der Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (COP 18) und gleichzeitig das achte Treffen im Rahmen des Kyoto-Protokolls (CMP 8). Sie sollte unter anderem der weiteren Gestaltung einer Nachfolgeregelung zum Kyoto-Protokoll dienen.

Das Kyoto-Protokoll war bereits auf der UN-Klimakonferenz in Durban 2011 mit einer zweiten Verpflichtungsperiode ab 1. Januar 2013 verlängert worden. Über die Dauer der zweiten Verpflichtungsperiode bis 2020 – „Kyoto II“- und die Reduktionsbeiträge der beteiligten Industriestaaten wurde auf dieser Konferenz nach sehr schwierigen Verhandlungen entschieden.

2012: RIO+20: Mit Bekenntnissen zu mehr Umweltschutz und Armutsbekämpfung ist am 22. Juni 2012 in Rio de Janeiro der UN-Gipfel zu nachhaltiger Entwicklung zu Ende gegangen. Das Ergebnis wurde als Schritt in die richtige Richtung bezeichnet. Auch wenn nicht alle Ziele erreicht worden seien, so haben sich doch alle 191 Staaten der Erde auf das Konzept des "grünen Wirtschaftens geeinigt", bilanzierte Bundesumweltminister Peter Altmaier die Konferenz.

In einer rund 50 Seiten starken Erklärung unter dem Titel "Die Zukunft, die wir wollen" bekennt sich die Staatengemeinschaft erstmals zum Konzept der "Green Economy". Das ist ein Wirtschaftsmodell, das die natürlichen Ressourcen stärker schont. Außerdem hat man sich darauf verständigt, bis 2014 universell gültige Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals) auszuarbeiten. Ferner soll das bestehende Umweltprogramm der Vereinten Nationen - UNEP - gestärkt und aufgewertet werden.

2013: im Juni fand in Bonn, dem Sitz des UN-Klimasekretariates UNFCCC (United Nations Framework Convention on Climate Change) eine weitere Sitzung des Boards statt.
Die Verhandlungen zu einem „Welt-Klimavertrag“ wurden in Polen auf der 19. UN-Klimakonferenz (COP19) im November 2013 fortgesetzt.

„AQUARIUS Invest wird an dieser Stelle über die weiteren Entwicklungen im Bereich „Nachhaltigkeit“, „Sustainability“ und „Green Economy“ berichten.“